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Gimbacher Kapelle
Die Chronik des Hofes war immer eng verbunden mit der Wallfahrtskapelle, welche
bis zu ihrem Abriss im Jahre 1830 in unmittelbarer Nähe stand.

Am Fuße des Staufen, gar vielen bekannt,
schaut der Gimbacher Hof weit ins Hessische Land.
An diesem Ort, so lieb und traut,
hat man einst Sankt Johannes eine Kirche gebaut.
Wo immer sich tat ein Kirchturm erheben,
setzte stets der Teufel ein Wirtshaus daneben.
Dem Gimbacher Hofwirt fiel´s Richtige ein,
er zapfte den Gästen den Äppelwein.
Generationen bebauten die Gimbacher Felder,
pflanzten Apfelbäume, bauten die Kelter;
manch´ müder Wanderer kehrte hier ein
und trank den Gimbacher Äppelwein.
Das Kirchlein verzehrte der Zahn der Zeit,
doch mit Hof und Wirtschaft kam´s nie soweit.
Die Fässer voller Äppelwein,
sie wollen auch heut´ noch getrunken sein!
(Margarethe Pfeffer)
Ausgrabung der Gimbacher Kapelle im Jahre 2011
Im September 2011 konnte durch eine archäologische Untersuchung der Standort
der 1830 abgebrochenen Gimbacher Wallfahrtskapelle gefunden werden. Margret
Schiela, die Wirtin des Gimbacher Hofes, veranlasste auf ihre Kosten eine
Grabung im Obstgarten südlich der Gaststätte. Dort zeigten sich bei der
geoelektrischen Sondierung von Richard Vogt etwa 25 bis 40 cm unter der
Oberfläche der Wiese die Strukturen von zwei Bauwerken: der ehemaligen Kapelle
sowie ein nahezu quadratischer Gebäudegrundriss von etwa 4,80 m Seitenlänge.

Der Archäologe Frank Lorscheider stellte nach der Freilegung der
Grundmauerreste des quadratischen Gebäudes fest, dass es sich hierbei um die
Unterkonstruktion eines Fachwerkbaues handelt. Keramikfunde datieren das Alter
des Hauses in das 14. Jahrhundert zurück. Damit dürfte es wohl die Kaplanei, das
Wohnhaus der Kapläne von Gimbach gewesen sein, die in Urkunden von 1300 bis 1538
als Betreuer der Kapelle genannt werden.
Bei der Sondierung fanden die Archäologen einen Teil der Kapelle, einen sechs
Meter langen Mauerzug. Bei der Grabung konnte am Ende der Mauerstrecke ein Teil
des Chorabschlusses der mittelalterlichen Kapelle, die 1287 erstmals erwähnt
wurde und Johannes dem Täufer geweiht war, ausgegraben werden. Sargnägel und
Knochenreste die außerhalb der Kapelle gefunden wurden, ergänzen die urkundliche
Überlieferung eines Kirchhofs bei der Kapelle. Im Jahre1868 wurde in Gimbach der
Grabstein der Roteldis aus dem 7. Jahrhundert gefunden und nach Fischbach in die
kath. Pfarrkirche gebracht. Er ist ein Rest dieses Gimbacher Kirchhofs und
indirekt ein Beweis für einen Vorgängerbau des nunmehr gefundenen
spätmittelalterlichen Kapellenbaus.

Text und Fotos Dietrich Kleipa
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